Chronik - 20 Jahre

20 Jahre Verein Anna                                                         von M. und N. Raschzok

Mit einer Privatinitiative fing 1991 alles an. Man wollte etwas für kranke Kinder tun und setzte sich mit dem Olga-Hospital in Verbindung. Daraus entstand dann die Idee, Familien mit krebskranken Kindern zu unterstützen und sie zeitweise aus ihrem durch die Krankheit bestimmten Rhythmus herauszuführen. Man suchte einen Bauernhof, der nicht zu weit vom Olgäle entfernt sein sollte und  fand den Baiersbachhof der Familie Alber in Aich. Familie Alber unterstützte die Idee sofort – und das bis heute. Sie stellte einen kleinen Raum zur Verfügung, es gab Spielmöglichkeiten im Stroh, viele Hoftiere zum Anschauen, Pferde und Ponys zum Reiten. So ist bis heute eine anhaltende, enge Verbundenheit mit Familie Alber entstanden.

Jeden Freitag treffen sich seit damals die Familien auf dem Hof. Es gibt Kaffee, Kuchen, Saft, die Kinder können spielen und toben, während sich die Eltern über ihre Erfahrungen mit der Krankheit austauschen können. Im Laufe der Zeit gab es jedes Jahr besondere Veranstaltungen, wie Sommerfest, Kutschfahrt, Kindervorstellung im Naturtheater Reutlingen, Busausflüge und vieles andere mehr.

1992 war schon die erste Kutschfahrt, die dann 19 Jahre lang von Familie Luz in Bronnweiler durchgeführt wurde.
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 Im selben Jahr entstand die Idee, mit dem Verkauf von Bären die Freitagnachmittage zu finanzieren. „Tapsi“ war der erste Bär – die Kinder gaben ihm den Namen. Später kamen noch „Pauline“ und „Max“ dazu – nun hatten wir eine Bärenfamilie. Seit damals gehört der Teddybär als Zeichen zum Verein Anna.

Durch die Bärenfamilie wurde Herr Dr. Theurer, der die Spielzeugbörse in Böblingen ausrichtete, auf die Privatinitiative aufmerksam. Durch seine Vermittlung ging 1994 eine große Tür auf. Die Betreuer und einige Familien wurden am 27. Mai 1994 in die Live-Sendung „Träume unterm Hammer“ zum Saarländischen Rundfunk eingeladen. In der Live-Sendung wurden Gegenstände von Prominenten für wohltätige Zwecke versteigert. Für unsere Initiative gab es einen Erlös von 32.770 DM. Das war der finanzielle Grundstock zur Gründung des Vereins Anna.
Am 26. August 1994 fand in Reutlingen im Höhenrestaurant Achalm die Gründungsversammlung des Vereins statt. Zur Vorsitzenden wurde Sigrid Markert und zum stellvertretenden Vorsitzenden Norbert Raschzok gewählt. Der Verein wurde nach einem Mädchen mit dem Namen Anna benannt.  Anna verstarb an ihrer Krebserkrankung.

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Aufnahme für die Fernsehsendung
"Träume unterm Hammer"
Namensgebung von Tapsi - das Mächen
mit der Mütze ist Anna (Bildmitte)

 Zwei Jahre nach Vereinsgründung - 1996 - wurde die Errichtung eines eigenen Blockhauses in Angriff genommen, da immer mehr Familien auf den Hof kamen. Der von Familie Alber gestellte Raum war jetzt einfach zu klein. Frau Alber stellte uns ihren Gemüsegarten zur Verfügung, um darauf das Blockhaus zu erstellen. Im gleichen Jahr begann die Unter-stützung der Familien für Urlaubsaufenthalte im Feriendorf Sonnenmatte auf der Schwäbischen Alb, sowie auf einem Bauernhof im Welzheimer Wald. 1997 war der Startpunkt für die Reitstunden der größeren Kinder bei einem Reitstall in Neckartailfingen.

Im selben Jahr stellte der Verein eine Kunsttherapeutin zur mobilen kunstthera-peutischen Begleitung der Geschwisterkinder ein. Das war ein besonders entscheiden-der Schritt, der sich bis heute für den Verein und die Familien sehr positiv entwickelt hat und zu einer Kernaufgabe des Vereins geworden ist.

Im Jahr 2002 wurde vom Verein beschlossen, die überdachte Terrasse des Blockhauses mit in den Wohnraum einzubeziehen. Dadurch gab es mehr Platz für unsere Aktivitäten. Gleichzeitig mietete der Verein von Familie Alber eine Einliegerwohnung für die Arbeit der Kunsttherapeutin an. Da immer mehr Familien von Anna e.V. betreut wurden, gab es auch immer mehr Anfragen zur kunsttherapeutischen Begleitung von Geschwisterkindern. Durch die Spenden bei der Aktion der Nürtinger Zeitung „Licht der Hoffnung“, an der der Verein Anna 2002 teilnehmen durfte, wurde es möglich, eine zweite Kunsttherapeutin beschäftigen zu können.

Das Fest zum 10-jährigen Jubiläum 2004 in der Gemeindehalle in Aich wurde ein voller Erfolg. Viele Personen, Organisationen und Vereine hatten sich eingebracht und die Tagesveranstaltung unterstützt. Von Anfang an arbeitete der Verein mit den psychosozialen Diensten des Olga-Hospitals in Stuttgart und später auch mit der Kinderklinik in Tübingen zusammen. Dadurch vergrößerte sich das Einzugsgebiet von Anna e.V. weiter. Daher entschloss sich der Verein 2007 ein Netzwerk von Kunsttherapeuten aufzubauen, um noch mehr Familien und Geschwisterkindern eine kunsttherapeutische Begleitung zu ermöglichen.

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Im Jahr 2008 lief das Projekt „Netzwerk-Kunsttherapie“ an. Es hatte sich so erweitert, daß wir in einem großen Teil von Baden-Württemberg Kunsttherapie anbieten konnten.

Im Frühjahr 2012 gab es eine große Veränderung beim Verein Anna. Familie Alber meldete wegen des bevorstehenden Generationswechsels Eigenbedarf für den Pacht- und Mietvertrag an. Nach 20 Jahren sehr guter Zusammenarbeit und Zusammenleben auf dem Hof war dies für beide Seiten ein bedeutender Einschnitt.

Der Verein brauchte nun ein neues Zuhause. Nach langem Suchen konnten wir im April 2013 in Aichtal-Aich ein älteres Haus erwerben. Mit dem Ende der Renovierungsarbeiten wird dann in 2014 im neuen Haus ein neuer Zeitabschnitt für den Verein Anna beginnen.

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